Was die postnazistische Normalität im heutigen Deutschland ausmacht, lässt sich mit einem einzigen Zitat eines deutschen Historikers treffend illustrieren. Bei den Jubiläumsfeierlichkeiten 2010 für das Holocaustmahnmal in Berlin verkündete der Faschismusforscher Eberhard Jäckel: »In anderen Ländern beneiden manche die Deutschen um dieses Denkmal.« Der Tagesspiegel freute sich angesichts des »Bürgerfestes am Stelenfeld« über die »Erfolgsgeschichte Holocaustmahnmal«. Das passende Motto könnte mittlerweile lauten: »Vergangenheitsbewältigung ist ein Meister aus Deutschland.«
Man weiß inzwischen, was man am Massenmord an den europäischen Juden hat und wie politischer Mehrwert aus seiner vergangenheitspolitischen Bewirtschaftung gezogen werden kann. Je mehr öffentliche Beschäftigung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit, desto besser kann man den ehemaligen Opfern der Deutschen und ihrer Hilfsvölker Vorschriften machen. Je mehr Gedenken an die ermordeten Juden, umso hemmungsloser kann man sich den Antisemiten von heute an den Hals werfen.
-
zitiertes liked this
-
bubizitrone liked this
-
aufgesetzter-nihilismus posted this