dieser strunzdumme artikel in der zeit zeigt dann doch in seiner ganzen menschenverachtung, seinem dumpfen nationalismus, klebrigen pathos und hilflosem Biologismus, warum leuten nicht zu helfen ist, die spd wählen und sich tatsächlich trotzdem verwundert umschauen, wenn sie mal wieder als das schlachtvieh enden, das sich in seiner dusseligkeit die schlächter selbst gewählt hat:

Europas Regierungschefs können Angela Merkel um die deutsche Opposition beneiden, vor allem um deren stärkste Kraft, die SPD. […] Zuerst die Partei, dann das Land – in normalen Zeiten schadet diese Einstellung, zumindest in halbwegs funktionierenden Demokratien, der Partei selbst. In einer existenziellen Krise schadet sie immer dem Land. Mit einer Opposition, die sich auch dann noch ins Zentrum ihres Denkens und Handels stellt, lässt sich kein Staat mehr machen. Kein nationaler retten, kein europäischer bilden. Mit den deutschen Sozialdemokraten geht das. […] Sie stellen die nationalen Interessen über ihren parteipolitischen Vorteil und verteidigen die Rettungslinie der Regierung – bei aller Kritik – gegen die publikumswirksamen Vereinfachungen des Populismus. Nicht dass sie nach dem Staat rufen, so zeigt sich in der Krise, ist in den Genen der Sozialdemokraten angelegt, sondern dass sie ihn tragen. Das macht sie zu deutschen Patrioten. […] Für ihren Patriotismus, das ist die bittere Ironie, hat die SPD stets bezahlt. Die Agenda 2010 war ein von Verantwortung getragener Akt. Die Sozialdemokraten machten Deutschland wieder wettbewerbsfähig, wohl wissend, dass der dafür notwendige Umbau des Sozialstaates die eigene Stammklientel betraf und massiv verärgerte. Deutschland steht heute wirtschaftlich so glänzend da, weil die SPD damals das Risiko einging, die Macht zu verlieren. Und auch verlor. […] Vor zwei Jahren, nach ihrem historischen Debakel bei der Bundestagswahl, hat die SPD Sigmar Gabriel zum Vorsitzenden gewählt, den vermeintlich erratischen Übertaktierer mit dem Lautstärkeregler auf Daueranschlag. An diesem Sonntag steht er beim SPD-Parteitag in Berlin zur Wiederwahl. Unter ihm, ausgerechnet unter ihm, erweist sich die SPD in der Finanzkrise als verlässliche, grundsolide politische Kraft, von der man genau weiß, wo sie steht: dort, wo man den Staat tragen muss. Am Platz für Patrioten.

Dann doch lieber Hammerhead - Zum Glück SPD