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gemeinsam scheitern wir voran

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Episoden vom begrüßenswerten Ende der Sozialdemokratie IV:

Gremliza in der Konki:

“Wer hier fehlt , ist, wie gesagt, nicht der kritische Theoretiker, sondern der aus dem grimmen Bauch der Gesellschaft quengelnde Mahner. Es fehlt hier, kurzum, der Günter Grass. Was glücklicherweise nicht fehlt, ist das “Handelsblatt”, das ihn in der Parteizentrale der SPD gefunden hat:

“Dann begann Grass seine Abrechnung mit dem Kapitalismus. “Wir erleben, daß das System, in dem wir leben, das kapitalistische, sich in einem Zustand der Selbstzerstörung befindet”, tönt der 83jährige Schriftsteller. “Aber niemand hat den Mut, von einem Systemwechsel zu sprechen.” Applaus brandet auf. “Wir müssen das System, unter dem wir leben und zu Konsumenten degradiert sind, aufbrechen”, ruft Grass. “Die SPD sollte ihrer Tradition folgen und sich zum Sprecher dieser grundsätzlichen Veränderung machen.” Die Menschen im Willy-Brandt-Haus klatschen nun wild…”

Solange ich mit solchen Gemütsaufhellern gedopt werde, mit Sätzen, in denen das kapitalistische System sich gerade selbst umbringt, wenn wir Sozialdemokraten es nicht aufbrechen und unserer Tradition (von Noske bis Schmidt) mutig folgend grundsätzliche Veränderungen, vermutlich zu einem Kapitalismus mit menschlichem Antlitz, und so weiter, komm` wenigstens ich vor Lachen nicht zu meiner wohlverdienten Depression.”

konkret 11/2011

text posted 3 months ago
tagged: SPD ausgewogene kritik unaufgeklärte Feindbildpflege Günter Grass